Generationenmanagement

| 8. April 2014

Das Thema Generationenmanagement wird immer noch nicht gerne im Unternehmen angesprochen, sollte aber dennoch ein zentrales Thema sein. Vorweggesagt es geht um das Alter, um den demografischen Wandel und das Miteinander. Bereits heute zeigt sich im Generationenmanagement ein klares Bild in vielen Firmen. Der Anteil älterer Mitarbeiter wächst. Jüngere sind zahlenmäßig dünn gesiedelt. Die Politik hat allerdings darauf kaum reagiert. Immerhin ist der Kündigungsschutz bei älteren Personen immer noch viel zu hoch, was für viele Unternehmen das Generationenmanagement insgesamt zu einem schweren Brocken macht. Ältere Arbeitnehmer sind heute leistungsfähiger denn je und müssen auch mit weit über 60 Jahren noch nicht in Pension gehen. Dennoch hat diese Gruppe oft spezielle Ansprüche, die im Generationenmanagement erfasst werden sollten. Hierzu gehört auch, jüngere und ältere Mitarbeiter fair und harmonisch unter einem Dach zu verbinden. Eine nicht ganz leichte Aufgabe.

Generationenmanagement – Beispiel Daimler

Der Konzern Daimler hat dieses schon lange erkannt und setzt in seinem Generationenmanagement klar auf ältere Mitarbeiter und dessen Kompetenz sowie Erfahrung. So lassen sich in dem Unternehmen 5 Generationen finden, die von der Nachkriegszeit bis hin zur neuen Internet-Generation reicht. In Zusammenarbeit mit einem Hamburger Unternehmen wurden dabei die spezifischen Anforderungen für ein Generationenmanagement erforscht und erarbeitet. Dabei entstand die Initiative Space Cowboy. Hierbei können nunmehr seit 2013 Mitarbeiter, die das Unternehmen bereits verlassen hatten, für einen befristeten Einsatz zurückkommen. Die einzelnen Fachbereiche könnten diese im Rahmen des Generationenmanagements beauftragen und deren Unterstützung anfordern. Jung und Alt treffen aufeinander und können durch den Austausch gemeinsam lernen. In diesem neuen Pool beim Generationenmanagement sind derzeit 350 Senior Experts registriert. Mehr als 70 der Space Cowboys hätte in dem einen Jahr, seit dem die Initiative besteht, bereits beauftragt werden können. Ein Erfolg, für ein innovatives Unternehmen.

Generationenmanagement – Wissen gemeinsam nutzen

Das Geheimnis beim Generationenmanagement ist, das also auch beim aktiven Ruhestand, ehemalige wieder ins Unternehmen zurückgeholt werden könn(t)en. Allerdings sind die rechtlichen Rahmenbedingungen hierfür oft noch unzureichend. Kleinere und mittlere Firmen (KMU) würden sich daher mit dem Generationenmanagement noch zurückhalten. Die Politik hat das Thema derzeit nicht im Fokus. Änderungen sind daher kaum zu erwarten. Ältere Arbeitnehmer gehören heute aber klar zur Wachstumsstrategie. So sollten alle Altersgruppen von Anfang an eng miteinander vernetzt werden, damit das Wissen gemeinsam genutzt werden kann. Dazu gehört aber auch ein Fokus auf die gesundheitliche Unterstützung, die zum Beispiel Daimler bereits durch seine Initiative „Sport & Spaß ab 5“ erfolgreich eingeführt hat.

Mehr Freude bei (nach) der Arbeit

Kenntnisse, Erfahrungen und Perspektiven sollen im Generationenmanagement miteinander verbunden werden. Insgesamt kann dadurch eine deutliche Leistungssteigerung erfolgen. So beträgt die Betriebszugehörigkeit bei Daimler im Schnitt 25 Jahre. Eine Zahl, die deutlich für sich spricht. Dennoch ist es für viele Firmen ein noch recht langer Weg, bis ein Generationenmanagement eingeführt wird. Ein Großteil der Wirtschaft aber auch der Politik hat das Thema klar verschlafen.

Bild: L. Hofschlaeger / pixelio.de