Recruiting wird zum Problem

| 8. Oktober 2013

Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten 10 Jahren rasant geändert, im Recruiting ist dieses nun deutlich zu bemerken. Viele Unternehmen klagen über einen teilweise akuten Fachkräftemangel. Dabei handelt es sich nicht nur um einen demografischen Wandel, sondern auch um ein hausgemachtes Thema. Das Internet hat oft ohne die Auswirkungen direkt zu spüren das Leben auch in der Arbeitswelt massiv geändert. Viele Unternehmen haben sich diesen Veränderungen jedoch entzogen oder erst zu spät wahrgenommen. Somit ist die Personalbeschaffung für die nächsten Jahre in den meisten Firmen ganz oben auf der Agenda. Es lassen sich nur wenige Firmen finden, die nicht davon betroffen sind.

Das Centre of Human Resources der Universität Bamberg führt jedes Jahr eine Befragung zum Recruiting durch. Dabei geht es auch darum, die Schlüsselherausforderungen in den Unternehmen beim Recruiting zu erkennen. Für das Jahr 2013 sah das Ergebnis wie folgt aus:

  1. Bindung der Mitarbeiter
  2. Employer Branding – Aufbau einer Arbeitgeber Marke
  3. Internes Employer Branding

PersonalsucheAuch bei der Personalbeschaffung werden die Tage immer trüber

Zu schaffen macht den meisten Arbeitgebern neben dem Fachkräftemangel aber auch der demografische Wandel. Besonders im letzteren Punkt ist in den letzten Jahren beinahe unbemerkt zu einer massiven Veränderung gekommen. Aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Fachkräfte aus dem Ausland sind kritikfähig. Die Blue Card für ausländische Fachkräfte ist einfach mangelhaft. Wer sich als Fachkraft ein Land aussuchen kann, wird Deutschland im Regelfall nicht wählen.

Recruiting – Neue Methoden

Im Recruiting müssen Arbeitgeber vollkommen umdenken. Herkömmliche Stellenanzeigen erweisen sich vielfach immer mehr als nicht mehr tragbar. Stellenausschreibungen müssen den Bewerber ansprechen und animieren. Ein Fakt, der vor vielen Jahren nicht einmal vorstellbar war. Recruiting findet heute nicht in der Tageszeitung oder auf dem Arbeitsamt statt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wer passende und gute Mitarbeiter finden will, wird dazu praktisch fast immer auf das Internet zugreifen müssen. Ohne E-Recruiting ist eine zeitgemäße Personalbeschaffung nicht mehr denkbar. Das betrifft allerdings nicht nur Konzerne und große Unternehmen. Auch kleine Handwerksbetriebe müssen sich dem anpassen. Zeigt sich doch gerade im handwerklichen Bereich vielfach, das Stellen überhaupt nicht mehr besetzt werden können. Neben dem Handwerk ist aber auch massiv der Pflegesektor betroffen. Praktisch ließen sich ganze Branchen aufzählen, die derzeit und für die kommenden Jahre mit der Personalbeschaffung zu kämpfen haben werden. Immer mehr spezialisierte Dienstleister wie Softgarden.com bieten dafür geeignete Serviceleistungen auf ihren Webseiten an. Bewerber und Unternehmen werden dadurch einfach und passend zusammengebracht.

Viele Großunternehmen gehen sogar noch weiter. Neben dem Recruiting im Internet werden eigens Programme entwickelt, die spielerisch mögliche Interessenten an das Unternehmen heranführen sollen. Online-Spiele gelten dabei als ein besonderer Hit. So setzen auch bereits einige deutsche Firmen dieses Marketingmittel ein, um die Personalbeschaffung für die nächsten Jahre zu sichern.

Recruiting und der Bedarf

HomeOfficeZahlreiche Umfragen werden zum Recruiting Jahr für Jahr auch in Deutschland erstellt. Geht es um den geplanten und berechneten Personalbedarf für das Jahr 2013, sind die Zahlen dabei fast immer identisch. 45 Prozent der deutschen Unternehmen gehen davon aus, zum Ende des Jahres mehr Mitarbeiter als zu Beginn zu beschäftigen. Die folgenden Zahlen sind besonders ausschlaggebend. Mehr als 35 Prozent der Firmen rechnen mit (großen) Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die vakanten Stellen zu besetzen. 6 Prozent halten es bei dem derzeitigen Arbeitsmarkt sogar für unmöglich, geeignete Kandidaten finden zu können. Neben den bereits oben angesprochenen Online-Aktivitäten wie bei Softgarden.com sind viele Arbeitgeber im Recruiting mittlerweile bereit auch flexiblere Wege zu gehen. Neben individuellen Arbeitszeitmodellen steht dabei das Homeoffice immer mehr im Vordergrund. Aber auch die zunehmende Beschäftigung von Frauen sei im Fokus vieler Unternehmen vorhanden. Weitere interessante Trends finden sich dazu auch im Blog  Personal Recruiting.

Wo veröffentlichen Unternehmen Gesuche

Das E-Recruiting ist Pflicht. Die großen Firmen veröffentlichen zunächst Ihre Gesuche auf der eigenen Webseite. Erst dann kommen die Internetbörsen mit einem Anteil von 65 Prozent. Zwar ist die Zahl mittlerweile deutlich angestiegen, dennoch sollte diese bei mindestens 90 Prozent liegen. Die Bundesagentur für Arbeit wird immer noch von 27 Prozent der Unternehmen beim Recruiting benannt. Allerdings wird die Kritik immer lauter. Die Bundesagentur ist für fast alle Firmen nur noch der letzte Schritt bei der Arbeitssuche. So kommen in den größeren Unternehmen nur noch 5 Prozent der neuen Mitarbeiter durch die Bundesagentur an den Job. Immerhin noch stolze 18 Prozent entfallen auf die klassischen Printmedien (meist als Zusatz für das Recruiting im Net). Die Erfolge hierbei sind aber gering. Die Kosten in den großen Tagesblättern sind zudem massiv gestiegen. Die Auflagen gehen zurück, dadurch wurden die Anzeigenpreise deutlich angehoben. Während im Internet beim Recruiting zumeist vergleichsweise geringe Beträge investiert werden.- Der Erfolg aber deutlich größer ist.

Recruiting – Sozial und Fangprämien

Aber auch die sozialen Netzwerke (Xing, Facebook und Co.) gewinnen an Bedeutung. Der Vorteil hierbei: Unternehmen können sich über Landesgrenzen hinaus präsentieren und haben zudem Rückgriffe auf das soziale Profil der Bewerber. Am beliebtesten ist derzeit Xing. Auch Fangprämien sind heute bei vielen Arbeitgebern ganz normal. Mitarbeiter im Unternehmen werden offen dazu angehalten, mögliche Bewerber zu empfehlen. Teilweise wird bei Erfolg eine Prämie zugesichert.

 

Bild Wald by Gordon Gross / pixelio.de; Homeoffice by Andreas Morlok / pixelio.de; Artikelbild by Geoffrey Froment